05.04.2013

Salz und einige Tüten Currypulver ...

Ein Redakteur unserer Lokalzeitung nimmt sich am Mittwoch, dem 03.04. der Zustände in einem der Asylbewerberwohnheime des Kreises an. Anlaß ist eine Streikaktion der Asylbewerber in einem anderen Wohnheim, in der Kreisstadt.

Die Asylbewerber bekommen, so geht aus dem Artikel hervor,  offenbar Gutscheine ausgestellt, mit denen sie ausschließlich im heiminternen(!) Laden Lebensmittel einkaufen können. 


Sie beklagen sich aber über das Angebot im Laden, insbesondere an Gewürzen würde es mangeln. Bei den zitierten Asylbewerbern handelt es sich um Afghanen und Pakistani, also um Menschen, die dort herkommen, wo nicht nur der Pfeffer wächst sondern auch viele andere gute Dinge.

In einem heroischen Selbstversuch - das nenne ich mal investigativen Journalismus - hat der Redakteur allerdings herausfinden können, daß das ganz und gar nicht so ist, da der Laden zumindest dem Redakteur ein reichhaltiges Angebot bietet:






Gleich mehrere Packungen Salz. Und dazu sogar noch einige Tüten. Tüten Currypulver natürlich, nicht daß da noch jemand auf dumme Gedanken komt. Bei Afghanen. 


Spätestens jetzt wird einem dann klar, daß die Pferdiggerichte bei den Discountern wohl in mehr Küchen Verwendung finden als bisher befürchtet.

Und es wird einem auch klar, daß die Beschwerden der Asylbewerber nicht von der Hand zu weisen sind: Mit Salz und Currypulver allein ist ein menschenwürdiger Essensplan kaum zu erstellen. Ich habe allerdings den Eindruck, daß der  Redakteur einen anderen Eindruck erwecken wollte. 




Warum dieser Artikel bis heute nicht im Onlineangebot der Zeitung aufgetaucht ist? Das ist vielleicht ganz gut so. Für die Zeitung.


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