06.10.2014

Was kostet heutzutage ein Rückgrat?

Tja, da sieht man sich einmal gezwungen, bei ebay eine schlechte Bewertung abzugeben ... und schon lernt man wieder was!

So ein Bewertungssystem soll ja dazu dienen, meint zumindest der naive Kunde, nachfolgenden (potentiellen) Käufern einen Hinweis zu geben, wie sehr sie diesem Verkäufer trauen können, was Qualität, Lieferservice und ggf. Reklamationsabwicklung angeht. Und wenn so ein Verkäufer pro Monat seine 100 graue oder rote Punkte hat, dann weist das doch auf gewisse Probleme hin.  

Kommt da doch prompt eine mail des Händlers, der mir das Angebot macht, gegen Bezahlung die schlechte Bewertung in eine gute umzuwandeln. Man ist ja prinzipiell immer bestechlich und wenn einem jemand einen schönen Meinungsverstärker anbietet ... da könnte man doch wirklich mal schwach werden.  

Und tatsächlich, die bieten mir etwas! 
Geld! Echtes Geld! 
Tolle 5€ (in Worten: Fünf, ich wiederhole: Fünf Euro) bieten die mir. Damit kann man doch kein Scheißhaus stürmen! Und die meinen ernsthaft, sie könnten für 5€ mein Rückgrat verbiegen? 


Leute, rutscht mir doch den Buckel runter! Mein Rückgrat hält so Würste wie Euch grade noch aus! 

Auf was für Gedanken manche Menschen kommen ... unfaßbar.
Und wenn man sich erst überlegt, wie viele Leute das Angebot vielleicht angenommen haben mögen und damit ihre schlechte Erfahrung verschleiern, damit andere in dieselbe Falle tappen ... für sage und schreibe 5€. Man glaubts nicht. 

Man wills auch gar nicht glauben: 


Das unscheinbare Fragezeichen hilft weiter: 
Es wurden bei diesem Händler sage und schreibe 1.364 Bewertungen nachträglich von negativ oder neutral auf positiv geändert .... 

Soviel jedenfalls zur Aussagekraft von Bewertungssystemen. 
Geschäftserfolg läßt sich offenbar doch kaufen.

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