09.12.2014

Der Kunde sagt: DAS MERK ICH MIR! /1

Üblicherweise ist es ja bei Onlineshops so, daß ab einem gewissen Bestellwert keine Portokosten extra verlangt werden. Auch daß es eine Portopauschale gibt, die immer gleich hoch ist, egal wie groß oder teuer die Sendung ist, findet man öfter mal. 

Der Onlineshop eines großen Anbieters von Computer- und Elektronikzeuch, der mit A beginnt, verdient aber wegen seiner durchaus kreativen Nebenkostengestaltung besonders lobenswerte  Erwähnung: 

Ich kannte den Shop, der mit A beginnt, bisher nicht als Kunde, er war mir aber seit Urzeiten als Anbieter bekannt, weil er schon vor Jahrzehnten mehrseitig in Computerzeitschriften geworben hat. 
Und da ich -alle guten Menschen tun das ja jetzt- meine Käufe bei amazon etwas reduzieren wollte, habe ich nach einer Alternative gesucht. Und irgendwie bin ich bei der Suche nach einem SSD-Laufwerk und ein wenig Kleinzeuch auf die Amazon-Alternative, die auch mit A beginnt, gestoßen: 

Das SSD-Laufwerk, Preis knappe 200€, stellte sich heraus, war portofrei zu bestellen. 
Huch - bestellt man aber noch 2 Artikel dazu, die je 19,99€ kosten, zahlt man seltsamerweise plötzlich wieder Porto, nämlich laut Versandabwicklung ganze 6,95€. 
  • Gesamtpreis also: knapp unter 247€
Aber keine Angst, da geht was - man  kann noch was sparen: 
Wenn man nämlich einen Auftrag mit Bestellwert kleiner als 20€ erteilt, dann gilt für diesen Auftrag eine Portopauschale von knapp 2€ (laßt es 1,99 sein oder 1,95, so genau weiß ich das nicht mehr und hab auch gerade keine Lust mehr, das im Detail nachzulesen.). Also nochmal rechnen: 1x200€ (portofrei) + 2x19,99 + 2x knappe 2 Euronen und man ist ganz fix
  • bei knapp unter 244€ 
Das ist doch eine tolle Ersparnis! 
Und man hat auch noch dem Laden die internen Kosten für 3 Sendungsabwicklungen statt für eine aufgedrückt. Selber schuld, Du Laden, freut man sich! 
Und genau diesen Weg hat mir ja auch die freundliche Dame vom Kundenservice vom alternativen Shop, der mit A beginnt, empfohlen, nachdem ich mich über die kreative Portokostenermittlung ein wenig verwundert geäußert habe: 

Sofern sie von den günstigeren Versandkosten profitieren wollen, bitten wir Sie drei separate Bestellungen aufzugeben.
Tolle Wurst! Der Haken zeigt sich nämlich dann beim Bezahlen:  Will man nämlich seine Ware schnell und möchte sich dafür einer der im Internet verbreiteten abgesicherten Zahlmethoden wie paypal oder Kreditkarte bedienen ... dann schlägt die amazon-Alternative, die mit A beginnt, nämlich noch eine Transaktionsgebühr auf: Bei 200€ Gesamtwert der Bestellung wären das 1,99€, bei 19,99€ wäre es kostenlos (wobei mir jetzt noch nicht klar ist, ob die Portokosten im Gesamtwert der Bstellung enthalten sind - dann wären wir bei 0,99€ Bezahlgebühr). 
Bei Vorkasse - wo man nicht abgesichert ist und vom Bankwesen und der Effizienz des nachgelagerten Inhouse-Prozesses des Shops, der mit A beginnt, abhängig ist, wird keine Gebühr erhoben. Wir wären statt bei 244€ 
  • doch wieder bei fast 246€.  
Abgesehen von der Intransparenz (gemach, gemach! Wenn man zuallererst alle Links auf den Seiten abklappert, kann man die Bezahlgebühr irgendwann irgendwo finden und rein rechtlich ist die Gebühr wohl auch zulässig, man kann ja schließlich kostenlos per in keiner Weise abgesicherter Vorkasse bezahlen) wirft sowas natürlich kein gutes Licht auf die Qualität des Shopsystems, weil es dem Kunden nicht die günstigste Variante aufzeigt. Als Kunde, der ein wenig mit dem System herumspielt und ihm auf die Schliche kommt, fühlt man sich natürlich verarscht - aber wieviele Kunden merken das überhaupt? 

Fazit: 
  • Intransparenz bei der Preisbildung 
  • Überraschende Transaktionskosten
DAS MERK ICH MIR!   

Das bedeutet, daß dieser Onlineshop zukünftig auf meine Besuche verzichten wird. Ich habe dann doch bei amazon gekauft (sehr wohl wissend, daß dort die Mitarbeiter gerade für bessere Tarife streiken) und kam 
  • auf 237€ 
und das bei von vornherein transparenten Preisen und ohne Spezialgebühren bei abgesicherter Bezahlung.  

Alle sind gegen amazon, weil amazon seine Mitarbeiter schlecht bezahlt und durch seine Marktmacht die Preise drückt ... und dann will man mal gezielt nicht bei amazon kaufen und es stellt sich heraus, daß die Alternativen zu amazon dem ach so bösen amazon durch ihr eigenes Geschäftsgebaren die Kunden geradezu in die Fänge treiben. 

Das habt Ihr aber mal so richtig gut gemacht, Menschen vom Onlineshop, der mit A beginnt!   

1 Kommentar:

  1. Ich persönlich glaube nicht, dass grosse Onlinemärkte (und grosse Offlinemärkte) ihre Mitarbeiter deutlich besser bezahlen/behandeln als das bei Amazon der Fall ist - zumindest höre ich von anderen Beschäftigten anderswo nichts anderes. Und seit ich Ärger mit einigen anderen Onlinehändlern hatte, steht für mich eines fest - was es bei Amazon nicht zu kaufen gibt, ist entweder ein must-have-gadget oder ich brauche es nicht. Ende der Geschichte.

    AntwortenLöschen