11.07.2015

Anstand ist von gestern und braucht auch keiner

Damals® ist Willy Brandt als Bundeskanzler zurückgetreten, als sich herausstellte, daß einer seiner engen Mitarbeiter (Günter Guillaume hieß der Mann, die Älteren können sich vielleicht noch erinnern) von DDRüben bezahlt wurde und Informationen aus der innersten Regierungsarbeit nach DDRüben weitergeleitet hat. 

Heute plaudert unsere Regierung am ungesicherten Telefon über alles Mögliche und weiß ganz genau, daß der sogenannte Freund alles mithört und auswertet, besser auswertet als es die DDR jemals konnte. Und das, obwohl Pofallala (an den werden sich auch die Jüngeren kaum noch erinnern. Der ist zum Glück aus der Politik verschwunden) ja jegliche Ausspähung für beendet erklärt hat, außer „nur in ganz konkreten Einzelfällen, die unserer Sicherheit dienen“. Also wie man inzwischen weiß insbesondere Pofallala selber und Merkel. Einer wie Pofallala, nur zu meiner persönlichen Sicherheit  versteht sich!, besser überwacht als jeder Islamist, fast könnte man in Lachen ausbrechen. Der ist bestimmt auch noch stolz drauf ...
Was heißt hier eigentlich "fast"?

Und niemand, wirklich niemand denkt an Rücktritt oder gar an sofortigen Rausschmiß dieser sich als naiv gebenden Regierungstruppe wegen erwiesener Dummheit: 
 
Nicht die Beteiligten selbst, also Merkel und ihre Regierung.
Nicht einmal die Opposition. 
Und schon gar nicht unsere Presse fordert das. 
Allenfalls von der Leyen, aber die würde das nie öffentlich laut sagen. 

Daß unsere Regierung derart selbstverliebt und vom wahren Leben abgekoppelt ist, das weiß man ja. Daß die Opposition gar nicht zu kapieren scheint, was hier vorgeht, paßt auch ins Bild. 

Aber daß nicht ein einziges "Organ der freien Presse" wirklich darauf anspringt: Auf den ersten Blick eigentlich unglaublich. Wenn man ein wenig nachdenkt, ist es aber gar nicht mehr so unglaublich ... 

P.S.: Der verlinkte Artikel ist nicht etwa aktuell sondern von 2013.

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