01.06.2017

Wenn der Minister erzählt ...

Der Minister Lucha hat doch tatsächlich mein Schreiben an den Ministerpräsidenten, das das Büro des Ministerpräsidenten -offenbar ohne den Brief zu lesen und zu verstehen sondern schon beim Stichwort Krankenhaus- an das Lucha-Ministerium weitergegeben hat, beantwortet.


Es ist natürlich klar, daß Lucha meine Frage an Kretschmann, wie er persönlich zur neoliberal inspirierten Kahlschlagpolitik  seines Ministers und seiner offenbaren Amnesie, zumindest was GRÜNE Werte und Programme angeht, steht, gar nicht beantworten kann. 

Dafür hat er aber -das rechne ich ihm an!- recht schnell geantwortet, das Büro des Ministerpräsidenten verweigert ja weiterhin aktiv die Antwort.  

Aber laßt uns die Luchaschen Argumente im Original genießen.
Es wird ein wenig länger, aber es erzeugt ein ganz trauriges Bild von der Art und Weise, wie dieser Minister denkt und wie er mit Menschen und deren Elementarbedürfnissen umgeht:

Mal ganz abgesehen davon, daß man überlegen kann, ob Krankenhäuser ausschließlich "wirtschaftlich" betrieben werden sollten (solange staatliches Handeln oder Nichthandeln Menschen krank macht -man denke an die Diskussion um den KfZ-Schadstoffausstoß- sollte man ernsthaft nachdenken, ob das Thema "Gesundheitsversorgung"  überhaupt einer rein mikroökonomischen Betrachtungsweise zugänglich ist), ist es eine ziemlich ungeschickte Volte, erst über Wirtschaftlichkeit zu schwadronieren und dann ganz andere (Schein)Argumente zu bringen. Denn im Koalitionsvertrag wird zum Beispiel von der Förderung der Telemedizin gesprochen  ... die ganz im Gegenteil zu Luchas Aussage hier eine Dezentralisierung unter Nutzung anderswo angesiedelter Fachkompetenz ermöglichen würde. 

Nun gut, wir wissen ja schon länger, daß Lucha sowohl das Wahlprogramm der GRÜNEN als auch den Koalitionsvertrag nicht mehr in Erinnerung hat. "Amnesie" glaube ich, heißt das, und ganz sicher gibt es für die Behandlung "Konzentrationen und Schwerpunktbildungen", womöglich in Stuttgart oder Ravensburg - gegen diese Art der politischen Amnesie kann man ganz bestimmt was tun ...da gibts bestimmt was von wemauchimmer.


Danke dafür, Herr Minister, daß wir einfach nur am falschen Ort unser Geld verdienen und unsere Steuern bezahlen, die Sie dann großherzig verteilen ... ich habe verstanden was Sie meinen und sage dazu: DAS MERK ICH MIR.

Kennt man schon ... die alte inhaltsleere Worthülse MVZ, diesmal schön verpackt in einen Satz, der schon sehr an einen Textbaustein erinnert. Wie so ein Medizinisches Versorgungszentrum aussehen soll, ist offenbar das Geheimnis des Ministers - und das soll wohl auch niemand erfahren. Zumindest nicht während seiner Amtszeit. 


Na, DIESE von Herrn Lucha wohl als "Argument" empfundenen Sätze sind tatsächlich neu - und in ihrer offenkundigen Absurdität kaum zu überbieten! 
Lieber Herr Lucha, nur kurz zwei Punkte zu Ihrer Information: 
  • Äääh, wir HABEN hier bereits ein modernes und funktionierendes Krankenhaus mit Personal, das gerne motiviert für die Patienten da wäre. Aber wenn man zB davon spricht, daß wir hier einfach nicht am richtigen Ort sind, dann steigert das die Motivation nicht wirklich. 
  • Und wir HABEN hier auch niedergelassene Ärzte. Die aber ohne ein Krankenhaus auch ihre Dienstleistung nicht anbieten können. Und gerade junge Ärzte (die wir in der Tat benötigen) werden sich ungern in einer Stadt ohne Krankenhaus niederlassen wollen.
 In der Tat - an Absurdität kaum zu überbieten.

Wenigstens einer, der zu wissen behauptet, welche Überlegungen es im Hohenlohekreis gibt .... (implizit behauptet er, daß es überhaupt Überlegungen gibt - manch einer hat das bisher bezweifelt, aber hiermit ist es amtlich!). Wäre das schön, wenn man an diesen Überlegungen teilhaben könnte. 



Sollen wir das mit der konstruktiven Begleitung als Drohung verstehen? 
Konstruktiv nennen Sie das, wenn sie bestehende und funktionierende Strukturen zerschlagen? 
Ich glaube, viele Menschen würden es lieber sehen, wenn die Entwicklung von gesunden und flächendeckenden Gesundheitsversorgungs-Strukturen von jemand anderem als Ihnen, der einen neoliberalen und nicht menschenorientierten Ansatz verfolgt,  begleitet würde. 

Und das Abwälzen auf die "Personen und Organisationen vor Ort", nachdem Sie selber die Richtung vorgegeben haben und merkwürdige (die Benutzung eines deftigeren Wortes behalte ich mir vor!) Regeln zur Geldvergabe, die so vom Bund nicht vorgegeben waren, aufgestellt haben - das ist nun gänzlich peinlich, eines Ministers unwürdig - das ist aller Verachtung wert. 
Die Verantwortung für den ganzen Schlamassel liegt vor allem zuvörderst (das mußte jetzt sein) bei Ihnen!   

Nach diesem Satz will selbst die Grammatik nicht mehr und entgleist ihm beim nochmaligen Abfeuern  inhaltsleerer Worthülsen ein klein wenig:  


Ich habe den Eindruck, der Mann hat mit seinem Amt schon abgeschlossen. Der muß sich nicht mehr um Menschen kümmern, der rechnet sowieso damit, daß es keine weitere Amtszeit geben wird. Aber vielleicht hat ja bald jemand ein Einsehen und sorgt dafür, daß er bereits das Ende dieser Amtszeit nicht mehr regulär erlebt - denn solche Worte von einem GRÜNEN ... aber was reg ich mich auf ... die nächste Wahl ist ja nicht mehr lange hin und dann wird das nächste Wehklagen anheben. 

Aber das muß dann nicht mehr wundern.

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