28.02.2016

Demo im Städtchen

Gestern war die zweite Demonstration von "Künzelsau für Menschlichkeit". Grund war die zweite Demonstration einer dubiosen rechten Organisation namens "Widerstand Baden-Württemberg" - ein seltsames Bündnis von Rechtsextremen und christlichen Fundamentalisten. Waren es vor 14 Tagen noch laut SWR ca. 300 auf der einen Seite und 60 auf der anderen, sollen es es diesmal laut Zeitung sogar 600 gegen 30 gewesen sein. 

So imposant der Demonstrationszug - fast hatte man den Eindruck, das sei ein gesellschaftliches Ereignis, wo man gesehen werden will -  im Städtchen ja auch ausgesehen hat 


und so verloren das kleine Häufchen von Rechten im Vergleich dazu gewirkt hat, hinterm Polizeischutz - mir stellt sich die Frage: 

Nehmen wir mal an, die Rechten wären nicht vor 14 Tagen wegen des Öhringer Pferdemarkts auf Künzelsau ausgewichen ... hätte es dann eine Aktion "Künzelsau für Menschlichkeit", breit unterstützt von diversen Organisationen aus allen gesellschaftlichen Bereichen und Parteien von Stramm-Links bis Konservativ (ja, tatsächlich: DKP und CDU schritten Seit an Seit! Man faßt es nicht!) an einem Tisch überhaupt gegeben? 

Eher nicht. Und das ist die schlechte Nachricht: 

Es braucht also erst die öffentlich dargebotene Unmenschlichkeit, damit sich die Menschlichkeit öffentlich zeigt.  
Es braucht offenbar etwas, "gegen" das man sein kann, auch wenn auf dem Plakat dann ein "für" steht. 
Es braucht aber genau dieses breite Bündnis von Bürgern, um in Künzelsau etwas zu bewegen. Hoffen wir, daß sich was tut! Daß sich diese Menschen auch weiterhin für Künzelsau engagieren, auch wenn sich die Rechten aus Künzelsau zurückziehen sollten. Es gibt nämlich viel zu tun ....

BTW ... was würde der "Widerstand Baden-Württemberg" eigentlich machen, wenn es gar keine Gegendemonstration gäbe und alle interessierten Bürger sich einfach unter die paar Rechten mischen würden und dort ganz laut aber friedlich ... sagen wir: von Einigkeit und Recht und Freiheit singen würden ...?  

Kommentare:

  1. Jawoll-ja, diese Heimatland-verbundenen Deutschen sind nicht mehr zeitgemäß.
    Damit sich alle Deutschen sich ihrer historischen Verantwortung bewusst werden - sollten alle Fahnenträger eingesperrt werden, so wie es damals General Eisenhower am Rhein gemacht hatte.

    Aber jetzt mal was Konstruktives:
    Welche praktischen Konzepte gibt es denn in Lammkreis Künzelsau und Schwäbisch Hall, damit wir auch dieses Jahr wieder mindestens 1,5 Mill. Menschen in Not willkommen heißen können?
    Beispiel:
    Das Wahrzeichen der Stadt wäre doch super geeignet für eine Willkommens-Moschee mit 4 Türmen.

    Auch eine Orts-Umbenennung (KünzelSAU könnte als anti-muslimischer Begriff missverstanden werden) ist denkbar.
    Der Flohmarkt sollte künftig "Gebraucht-Basar" heißen.

    Ob sich unsere Neuropäer durch tägliches Kirchengeläute und durch die althergebrachten Parteien (CDU + CSU) diskriminiert fühlen, müsste erst recherchiert werden.

    In diesem Sinne viele Grüße
    Matthias

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    1. Deinem ersten Satz kann ich voll zustimmen!

      Aber dann hörts auch schon auf: Es steht nämlich nichts drin außer leeren propagandistischen Worthülsen. Vor allem auch nichts annähernd "Konstruktives".
      Aber mutig, daß Du über Dein Problem gesprochen hast.

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  2. ... mal ne Frage an die jüngeren Künzelsauer:

    Was ist eigendlich aus den 70 jungen Männern aus Syrien geworden, die Mitte März 2013 (nach mind 1 Monat Vorbereitungszeit) in Hunger-Streik getreten sind???
    http://thevoiceforum.org/node/3107

    Hintergrund:
    Seit Anfang 2011 hätten die syrischen Flüchtlinge (darunter 70 junge Männer) unter schlechtem Essen in ihrem Flüchtlings-Wohnheim Künzelsau zu leiden.
    Als "Beweiß" wurde Mitte März 2013 ein Sack Kartoffeln hochgehalten, die nicht mehr verkaufs-frisch waren.
    (WANN wurde dieser Sack Kartoffen gekauft?? und warum wurde der nicht im Laden stehengelassen??)

    Allgemein:
    Und wann wurde Gaddafi ermordet und wann kamen ausländische Terroristen aus Saudi Arabien nach Syrien, um dort die Bevölkerung zu köpfen??
    War beides schon Anfang 2011 ??

    Künzelsau für Menschlichkeit:
    Im Übrigen ist es wirklich extrem un-menschlich, wenn Deutschland pro Jahr nur 1,5 bis 3 Mio. Flüchtlinge aufnimmt und versorgt.

    Willkommens-Geschenke (so wie das Mopet für den 1 Millionsten Gastarbeiter Mitte der 1960er Jahre) wären durchaus ein Signal von Gast-Freundlichkeit.
    Zeitgemäß wäre natürlich ein nagelneues Mittelklasse-Auto direkt vom Fleißband, vollgedankt und mit Sonderzubehör (hübsche Beifahrerin ohne Anhang).

    Um die 1000-jährige alleinige Kriegs-Schuld Nazi-Deutschlands am 30-jährigen Weltkrieg (1914-1945) auszugleichen, müssten die mindestens 12 Milliarden Flüchtlinge aufnehmen und für 1000 Jahre vollumfänglich versorgen.

    Denn schließlich geht es weltweit ca. 8 MILLIARDEN Menschen nicht so gut, wie den restlichen 300 !!
    Quellenverzeichnis:
    *Das Kommitee der Dreihundert* (Buch)

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    1. Bevor Du Dich hier -so wirklich anponym bist Du ja bei google nicht- noch um Kopf und Kragen redest ...

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    2. Hallo, Du anonymer Dummschwätzer!
      Erklärst Du der Welt bitte, was Gaddafi mit einem Hungerstreik von Syrern in Künzelsau zu tun haben soll?

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