16.10.2018

Wie man einen frischen "Lead" vergrault ...

Solaranlagen sind was Tolles. 
Und ich habe noch eine Dachfläche, die ungenutzt ist ... also schnell mal die Suchmaschine angeworfen .. und da gibt es jede Menge Seiten, die eine recht schnelle überschlägige Berechnung der Rentabilität anbieten ... unter anderem die Seite www.eon-solar.de. 
Da kann man seine Daten eingeben ... bisheriger Verbrauch, Größe und Ausrichtung des Daches undsofort und wird dann auf eine Seite geleitet, auf der man Name, Adresse, Telefonnummer und e-mail angeben soll. Das nennt man "Leadgenerierung".


Man beachte: Die Einwilligungserklärung ist nicht markiert - der WEITER-Button ist gesperrt. Klickt man die Einwilligung an, ist der WEITER-Button wählbar: 




Ob das jeder als "seriös" bezeichnen möchte? 
Ich habe also in das große Mitteilungsfeld geschrieben, daß man nur den WEITER-Button betätigen kann, wenn man das Häkchen setzt und daß ich EBEN GENAU NICHT einwillige,  
dass mich die E.ON Energie Deutschland GmbH, Arnulfstraße 203, 80634 München zum Zwecke der allgemeinen und auf mich zugeschnittenen Werbung zu Angeboten zu den Themen Photovoltaik und Stromprodukte per Telefon und per elektronischer Post (z.B. E-Mail) kontaktiert. 

Es kam dann erst eine Mail zur Bestätigung der e-mail-Adresse und danach ein Mail mit einer kurzen und fast nichtssagenden Beispielrechnung 
(die übrigens von einem immens hohen Tarif der eon ausgeht, den ich nie und nimmer bezahlen würde, und damit eine ziemlich hohe Einsparung ermittelt) 
sowie der Mitteilung, daß mich demnächst jemand telefonisch kontaktieren würde. 
Diese Mail ist im CRM-System standardmäßig erzeugt und bis dahin hat wohl noch kein menschliches Wesen den Leadprozess gesehen ... aber schon knapp 10 Minuten später erreicht mich ein Anruf aus Osnabrück im Namen von eon, das war ein menschliches Wesen, das aber offenbar meine Bemerkung NICHT GELESEN hatte (hat man daran erkannt, daß das Wesen wutentbrannt den Hörer aufgeschmissen(!) hat, als ich nach dem Inhalt des Mitteilungsfelds gefragt habe) 
Ein einigermaßen vernünftiges CRM vorausgesetzt, hätte die Mitteilung am Bildschirm angezeigt werden müssen! 

Pech, liebe eon - da hast Du für teures Geld einen sehr qualifizierten Lead generiert, der ganz offenbar wirklich an einer Solaranlage interessiert war ... und Du hasts vergeigt. Durch einen schlechten Prozeß. Oder meinst Du, liebe eon, daß man einen potentiellen Kunden dadurch gewinnt, daß man dessen explizit geäußerten Willen gleich beim allerersten Kontakt offenbar systematisch mißachtet? 
Ich meine jedenfalls, daß ich mit einem solchen "Partner" nichts zu tun haben will.

(Auf meine interne Merkliste: Wenn man schon Bemerkungsfelder ins Lead-Formular einträgt, dann muß auch gewährleistet sein, daß Leads mit ausgefülltem Bemerkungsfeld vor der Weitergabe ans externe Callcenter manuell vorbearbeitet werden.) 

14.10.2018

Der Weise spricht ... zum Sonntach

Wenn ich mir das Ziel setze, 
Dorthin zu kommen, 
wo ich gerade bin, 
Ist es einfach, 
Da zu sein.  
[Ein Weiser aus der Pfalz]


Braucht vielleicht eine Weile, aber dann ... 
 

13.10.2018

Schöne neue Welt

Soeben habe ich mich mit dem Post-Ident-Videoverfahren identifiziert. Das ist eine ganz tolle Methode ... um ganz großen Spaß zu haben! 


Man bekommt eine Identnummer, diese scannt man mit dem Handy ein - dann meldet man sich mit einer App an und nach kurzer Zeit erscheint auf dem Bildschirm eine Call-Center-Mitarbeiterin und beklagt sich, daß sie doppelt hört - nun gut, sie hat ein Headset und ich nicht. Aber mit Handy am Ohr kann ich nunmal schlecht ein Foto von meinem Reisepass machen, ist schwierig.
A propos Foto vom Reisepass ... man darf ihn erstmal fotografieren, dann soll man ihn schwenken ... von oben nach unten und von rechts nach links und das alles, damit die Mitarbeiterin das Identigramm sehen kann ... es kam, wies kommen muß: Sie hats nicht gesehen. Ich fühlte mich wie bei versteckter Kamera, bei "Steigen Sie doch bitte auf den Tisch" hätte ich wohl die Contenance verloren ... irgendwann hat sies aufgegeben und mich gebeten, doch später nochmal anzurufen. Ich gehe davon aus, daß sie sofort die Behörden alarmiert hat und jetzt gleich das SEK bei mir vorbeischaut ... 

Die nächste Mitarbeiterin hat sich auch gleich über das Zweifach-Hören beklagt, aber sie hatte wenigstens eine Brille auf, mit der sie das Identigramm sehen konnte. 

Im Endeffekt hätte ich in dieser Zeit meine Schuhe anziehen, zur Postfiliale gehen und dort das papiergebundene Postidentverfahren durchführen lassen können ... 

Immerhin teilt man mir mit: 
vielen Dank für die erfolgreiche Durchführung der Legitimierung.

Sie haben es geschafft
Ja, war ein schweres Stück Arbeit ... und so ein SEK ist auch nicht mehr das, was es mal war ... ich warte ... Moment, es klingelt gerade

12.10.2018

Neues von der AfD

Quelle: unten verlinkter buzzfeed-Artikel

 
Link: zum erläuternden Artikel bei Buzzfeed.

Der Mann kann beruhigt werden: "Mein Kampf" hatte schließlich fast jeder, aber keiner wills je gelesen haben.  

Unfaßbar ... aber wenn man sowas liest, dann muß auch dem letzten klarwerden, was für Geistesgrößen für diese Partei kandidieren. 

07.10.2018

Zum Sonntach eine uralte Lieblingswebseite

10 Jahre und mehr ists her ... und immer noch plagt die Telefonterror die Welt. Und immer noch werden dieselben Ratschläge gegeben wie "Trillerpfeife" etcetera.

Dabei hat doch Opa Mattstedt vor 10 Jahren schon ...besser selber hören.

04.10.2018

A propos Konditionierung

Beim Discounter sind ja auch die Kunden konditioniert. 

Zum Beispiel löst der Satz "Liebe Kunden, wir öffnen Kasse 2" ein Hauen und Stechen um die besten Plätze aus. Ohne nachzudenken. Schließlich sitzt ja noch niemand an der Kasse und es wurde ja nicht gesagt, WANN die Kasse 2 geöffnet wird, und manchmal muß auch die Software erst noch ... Hauptsache, man steht an Kasse 2 ganz vorne und kann die Schlange an der anderen Kasse langsam an sich vorbeiziehen sehen und sich in aller Gemütsruhe darüber aufregen ...

Ich warte auf den Tag, an dem kurz nach "Liebe Kunden, wir öffnen Kasse 2", wenn sich der Rauch über dem Kriegsschauplatz ein wenig verzogen hat und die Rettungskräfte die Situation bereits halbwegs im Griff haben, der Satz "Verzeihung, ich meinte Kasse 3, wir öffnen Kasse 3" ertönt. 

So eine Discounterkasse bietet ganz viel Potential für versteckte Kamera verhaltenspsychologische Experimente, zB "Wir schließen Kasse 4, bitte nehmen Sie Ihre Ware vom Kassenband".

03.10.2018

Pawlowsche Menschen beim Drogeriediscounter?

Wenn man seltener Gast bei einem Drogeriediscounter, der mehr als 3.700 Drogeriemärkte in sechs europäischen Ländern betreibt, ist, dann braucht man ab und zu einmal auch die Hilfe des Personals - zum Beispiel, wenn am Regalplatz des gesuchten Produkts eine "Leerverpackung" steht mit dem Vermerk, sich bitte ans Personal zu wenden. 

Offensichtlich geht der Designer der "Leerverpackung" wie selbstverständlich davon aus, daß Personal anwesend ist ... ich bin jedenfalls zweimal durch den Laden gekreuzt und erst beim drittenmal habe ich eine junge Frau in Drogeriemarktuniform gesehen. Klar, an der Kasse saß auch jemand, die war aber dank langer Schlange derart beschäftigt, daß ich nicht stören wollte - vielleicht hatte ich aber auch nur Angst vor den Leuten in der Schlange, die mich sicherlich wegen vermeintlichen Vordrängelns mit Gegenständen beworfen hätten ... 

Also habe ich die Mitarbeiterin nach dem Produkt gefragt ... und mitten in meine Frage drückt wohl die Kassiererin auf einen Knopf, es klingelt ... und schwupp ist die Mitarbeiterin fast schon im Laufschritt unterwegs an die Kasse. Irgendwas hat sie wohl in Laufrichtung noch gesagt, aber das konnte ich nicht mehr verstehen. 

Das erinnert doch stark an die klassischen Experimente zur Konditionierung - es ertönt eine Klingel und die Reaktion folgt bedingungslos und unwillkürlich. In mir drängte sich bedingungslos und unwillkürlich der Eindruck auf, daß die Zeit zwischen Klingeln und Kassenöffnung erfaßt und für eine Leistungsbeurteilung herangezogen wird.

Sorry, lieber Discounter, aber ich bin (zumindest war ich bis zu diesem Zeitpunkt der Meinung, ich sei) der zahlende Kunde und möchte ich mich von Deinen Mitarbeiterinnen nicht so behandeln lassen. Und wenns gar kein anderes Argument gibt, dann ist vielleicht der konkret kaufwillige Kunde, der dann ohne Umsatz den Laden verläßt, für Dich Grund genug, Deine Mitarbeiter nicht derart zu gängeln.