14.10.2016

Follow Up zur Bürgermeisterdämmerung

Wie man der Stimme entnehmen kann, ist unser Bürgermeister jetzt "betroffen". "Betroffen" davon, daß sich Menschen Gedanken machen, was ihre elementare Lebensgrundlage, die Gesundheit nämlich, betrifft. "Betroffen" davon, daß jeder einzelne dazu eine Meinung hat und diese auch zum Ausdruck bringt. Und vor allem "betroffen" davon, daß sie eine andere Meinung haben als er und diese auch lautstark äußern! 
Es sollte ihn tatsächlich jemand in den Arm nehmen und trösten.





Dabei sollte er es doch wissen, daß die Künzelsauer Bürger eine eigene Meinung haben und diese auch deutlich und mit Erfolg zum Ausdruck bringen: Schließlich haben die Künzelsauer schon die rechtsextremistischen Reiseagitatoren aus der Stadt gejagt und das angebliche Badeverbot relativiert.
Und das ohne Mithilfe der "Politik".


Ach ja, die "Politik", wie sie im Hohenlohekreis offenbar immer noch vorherrscht, wo jeder (übrigens von den Bürgern als Interessenvertreter gewählte!) Würdenträger (mancher mag ja auch nur Amtsträger sein) meint, er sei ein Fürst oder doch zumindest ein Freiherr oder ein Baron und dementsprechend in hochherrschaftlicher Manier "vorausschauend" für das Volk regiert, ohne zu informieren ... aber das ist eine andere Geschichte.


Oder auch nicht, denn die Nicht- bzw. Desinformation durch den Landrat Neth und seinen Gefolgsmann Dr.Toth ist ja gerade der eigentliche Grund des Zorns! Es werden keine Fakten veröffentlicht, sondern nur angeblich "alternativlose" Folgerungen aus ... ja, aus was eigentlich? Fakten? PowerPoint-Präsntationen von Lobbyvertretern? Oder was? ... in den Raum gestellt - die dann wenige Monate später über den Haufen geworfen werden, weil plötzlich wieder etwas anderes "alternativlos" daherkommt. 
Und diese Desinformation geht ja gerade so weiter: Statt die neuen Entwicklungen öffentlich zu diskutieren und tragfähige Lösungen (statt Konzepte für Jahrzehnte, die dann so miserabel sind, daß man sie nach wenigen Monaten schon wieder über den Haufen werfen kann), gemeinsam mit den Bürgern zu erarbeiten, geht es im altbewährten Stil und im stillen Kämmerlein weiter.
Und wieder werden Aussagen umgestoßen, plötzlich kommen neue Verhandlungspartner ins Spiel - jegliche Konzepte bleiben im Dunklen, vielleicht gibt es ja auch gar keine Konzepte ... man muß es inzwischen fast annehmen. 
    
Da spielen irgendwelche Herren, darunter die Herren Neth und Dr.Toth in einem großen Spiel um ganz viel Geld mit. Und unser Bürgermeister hat gemeint, daß er mitwürfeln könne beim großen Spiel. Aber die anderen waren zu abgezockt und so ist er als erster Verlierer vom Tisch gegangen. 


Gut möglich, daß als nächster der Landrat Neth vollends ausgenommen ist und den Spieltisch verlassen muß! Faites votre jeu - das Spiel geht nämlich nach dem fast freiwilligen Ausscheiden des Bürgermeisters gerade erst richtig los: Wie es scheint, ist mit den Bürgern und ihrer Gesundheit doch noch so viel Geld zu machen, daß sich gleich mehrere Spieler um das angeblich zwangsweise hochdefizitäre Krankenhaus reißen. Nicht nur die SLK, jetzt plötzlich das DIAK (da fällt mir "Gaildorf" ein), auf der Demo wurden glaube ich noch die "Barmherzigen Brüder" bzw. die Caritas genannt und als weißer Ritter wurde auch die lokale Industrie ins Spiel gebracht (ein Gedanke, der vielleicht schon weiter entwickelt sein mag, als die Politik denkt - die Entscheidungskraft einiger Unternehmer ist ja bekannt). Und dann gibt es ja auch noch die Gerüchte (siehe auch der Stimme-Artikel), nach denen der Standort Öhringen nicht ganz so sicher sein könnte.  
(Beim Herrn Dr.Toth gehe ich davon aus, daß er erstens bei dem Spiel nicht zu den Verlierern gehören wird und zweitens recht bald einen neuen Spieltisch finden dürfte.)

In Wirklichkeit wird mit der Gesundheit der Menschen gespielt, die dafür auch noch das Spielgeld bezahlen dürfen! 

Zurück zur Bürgermeisterdämmerung: 
Jetzt, wo er feststellt, daß und wie man ihn abgezockt hat, muckt der Bürgermeister plötzlich auf und will eigentlich schon immer mit dem Herzen dagegengewesen sein und habe ja nur so irgendwie zwangsweise dafürgestimmt ... das muß man erst einmal verstehen. 
Genauso muß man erstmal verstehen, daß einer für die Heilbronner stimmt, wenn er doch so gar "kein Vertrauen mehr zu den Heilbronnern" (auf diese Idee sind andere früher gekommen) hat. 
Ich jedenfalls verstehe es nicht: Wenn ich einen Vorschlag für bescheiden halte, dann stimme ich nicht einfach so dafür. Dann stehe ich auf und stimme dagegen! Oder sorge zumindest dafür, daß eben nicht direkt abgestimmt wird sondern das Thema erstmal öffentlich auf den Tisch kommt. Wo ist das Problem?
 
Wenn das, was die von den Bürgern gewählten Vertreter beschließen, nicht mehr dem Willen der Bürger und deren Wohl entspricht, dann müssen die Bürger zur demokratischen Notwehr greifen und auf die Straße gehen!
Und dann gehen wir halt raus und zeigen uns! Und dann pfeifen wir gerne einen Politiker aus, der meint, er könnte sich mit verwirrenden Worten aus der ganzen Sache nochmal herauswinden und so tun, als sei er doch schon immer auf der Seite des Guten gewesen.
 
 
Es ist immer noch nicht zu spät!
 Immer Mittwochs, 18:30, vor dem Krankenhaus.

P.S.: Und dann gibts da ja noch den offenen Brief des Bürgermeisters. Da spricht er davon, daß die Stimmung bei der Demonstration am Mittwoch "aufgeheizt" gewesen sei - wie lächerlich ist das denn? "Aufgeheizt", Herr Bürgermeister, geht ganz anders. Die Wortwahl paßt aber vorzüglich ins Bild.

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