22.12.2016

Ein Vierteljahr Demonstration - ich glaube, es bewegt sich was ...

Zur letzten Demonstration FÜR das Krankenhaus in Künzelsau im Jahr 2016 hatten sich hochkarätige Redner angesagt: Die Bundestagsabgeordneten von CDU und SPD, Christian von Stetten und Annette Sawade. 



Und was sie zu sagen hatten, war alles andere als langweilig: 
Christian von Stetten will bei der nächsten Kreistagssitzung einen Antrag zur Auflösung des Vertrags über die Zusammenarbeit mit den SLK stellen, falls dieser nicht, wie von ihm erwartet, ohnehin gestellt wird. Und wie war das noch mit der Verlegung der Stroke-Unit? Der Kreistag hätte dafür gar kein Mandat erteilt? Oder was habe ich da falsch verstanden? 

Und auf Bundesebene, so verstehe ich Annette Sawade, soll es wohl 2017 ebenfalls Fördertöpfe geben - nicht etwa zur Schließung von kleinen Krankenhäusern, sondern gerade zum Erhalt kleiner Krankenhäuser und damit dem Erhalt einer guten medizinischen Grundlagenversorgung im ländlichen Raum. Dr.Eckle hatte ja bei den vorherigen Demonstrationen schon festgestellt, daß hier eine Diskrepanz zwischen den Zielen auf Bundesebene und dem Handeln im Hohenlohekreis festzustellen ist.   

Es verwundert mich jetzt, daß unserem Landrat dieses gar nicht bekannt gewesen zu sein scheint: Es waren ihm doch sonst allerlei Anforderungen der Zukunft bekannt, die noch gar nicht beschlossen sind und denen er in vorauseilendem Gehorsam schon mal folgen will. Man wird halt nicht schlau aus dem Mann. Wie denn auch, er redet ja nicht mit uns. 

Ich glaube, es waren jetzt 13 Demonstrationen. Und wir haben etwas bewegt: 
  • Das Thema wird wahr- und ernstgenommen - die Reaktion der nichteinbezogenen Menschen auf die einschneidenden Handlungen der Politiker ist überwältigend!
  • Die generelle Wichtigkeit des Themas - Künzelsau ist ja kein Einzelfall, sondern nur ein weiteres Beispiel (siehe unten) - ist offenbar auch in der Bundespolitik angekommen. 
  • Die örtliche Wirtschaft hat das Thema lokale Gesundheitsversorgung als strategisch wichtiges Thema für die ökonomische Entwicklung der Region erkannt und medlet sich zu Wort. 

Ohne Parteipolitik funktioniert in unserer Demokratie nichts, daher ist es wichtig, daß auch die Parteivertreter bei den Demonstrationen anwesend und aktiv sind! 
Das Entscheidende ist aber, daß die Menschen, die regelmäßig gemeinsam demonstriert haben, für eine Sache zusammenstehen, und das über alle politischen Richtungen und Parteien hinweg! Und das läßt mich hoffen, daß hier über das Thema Krankenhaus eine Basis entsteht für lokales und regionales politisches Handeln, ein Gestalten der Stadt und der Region, das von den betroffenen Menschen ausgeht, nicht von Parteien. Einfach nur Politik, wie sie dem Grunde nach sein soll: Von Menschen, mit Menschen, für Menschen.   

In diesem Sinne
Venceremos!

P.S. Lesetipps zum Stöbern und Weitersuchen:
  • Wer beispielhaft nachlesen möchte, wie es in Großkliniken zugeht, die nur noch den Renditezwängen mehr oder weniger anonymer "Investoren" gehorchen müssen, dem empfehle ich den Spiegel von dieser Woche. So eine Geschichte ist beim SPIEGEL oft nur ein Anfang - auf weitergehende Recherchen des SPIEGEL zum Thema Krankenhauslandschaft bin ich mal gespannt ... wer weiß ...
  • Und wen es interessiert, mit welch harten Bandagen Verwaltungen um die Schließung von Kliniken und die Errichtung von Großkliniken kämpfen: In Aurich (Ostfriesland) gehts gerade ganz hart zur Sache: Da wird sogar "von amtlicher Seite" ein Bürgerbegehren gegen ein Bürgerbegehren initiiert. Da fragt man sich wirklich: Cui Bono? Und man fragt sich, ob es bei uns auch soweit kommen muß.
  • Und zu guter Letzt natürlich die STIMME.

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