22.01.2017

Zum Sonntach ... Service from Hell

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Bei einem frisch gekauften Multimediadingensfernseher war es erstmal nur schwer möglich, das Teil überhaupt ins heimische Netz zu hängen (zum Beispiel, um auf dem zentralen Laufwerk gespeicherte Filme anschauen zu können) und danach nicht möglich, die Verbindung ins Internet (zB um etwas aus einer Mediathek anzuschauen) in vernünftiger Zeit herzustellen. Teils wurde die Seite mit den Apps erst nach bis zu einer Viertelstunde angezeigt. Und danach muß man ja die Mediathek-App noch laden und dann den Film auswählen ...

Also den freundlichen Service kontaktiert und das Problem beschrieben. Insbesondere auch beschrieben, daß die Filme - wenn man denn die Seite mit den Apps und danach die Mediathek-App erstmal geladen hatte - auch ruckelfrei laufen. Mitgeliefert wurden im Lauf des Mailverkehrs Screenshots, die 
  • zeigen, daß der Fernseher Kontakt ins Internet hat und 
  • die verfügbare Bandbreite inhouse dokumentieren. 
Klare Folgerung, also zumindest für einen einigermaßen verständigen Leser: Der Internetzugang funktioniert prinzipiell.
Und spätestens bei der Bemerkung, daß die Filme ruckelfrei laufen, sollte auch ein noch nicht ganz bis in die Tiefen eingelernter Servicemitarbeiter bemerken, daß die eingehende Bandbreite locker ausreicht - klar, bei tatsächlich angelieferten mehr als 100Mbit sollte man sogar mehrere Filme gleichzeitig sehen können. 

Antwort des Service (Warnung, bitte vorher hinsetzen):
Um Ihre Apps und die Mediathek zu laden, benötigen Sie Internet. Erfragen Sie bitte bei Ihrem Anbieter, wie viel Netz bei Ihnen durchkommt.  Bei einer niedriger Leitung dauert es länger, Ihre gewünschten Funktionen zu laden.[Rechtschreibung, Grammatik, Semantik und Syntax wie im Original]
Das mit der niedrigen Leitung fand ich dann schon irgendwie plausibel, aber da die nunmal vom Anbieter unterirdisch verlegt ist, kann ich daran leider wenig bis nichts ändern ... 

Das war nicht die erste Antwort dieser Serviceabteilung, aber bei weitem die Schönste, erklärt sie doch den Kunden vollends zum Idioten. Vorher riet man mir übrigens zu einem 
Netzteilreset
Der geht original so: 
1. Schalten Sie das Gerät aus.
2. Schalten Sie den Netzschalter des Gerätes auf "0".
3. Entfernen Sie alle Anschlusskabel.
4. Ziehen Sie den Netzstecker des Gerätes aus der Steckdose.
5. Halten Sie mehrmals hintereinander die Multifunktionstaste am TV jeweils für ca. 10-15 Sekunden gedrückt.
6. Schließen Sie die Anschlusskabel nach ca. 15 Minuten bitte wieder an. Das Netzkabel des TV schließen Sie im letzten Schritt bitte zum Testen direkt an eine Steckdose an der Wand an.
7. Schalten Sie den Netzschalter des TV wieder auf "I".
8. Nehmen Sie das Gerät wieder in Betrieb.
Testen Sie bitte dann die Funktion des Gerätes erneut.
Macaca fascicularis in Tarutao National Marine Park
Ein Aff. By Rushen; Owner: Thai National Parks [CC BY-SA 2.0], via wikimedia commons
Zum Mitschreiben: Der Idiot von Kunde soll sein Gerät erst stromlos machen (dann kann er schonmal nichts kaputt machen), dann ein paarmal einen Schalter drücken und 15 Minuten warten. Schon fühlt sich der Aff beschäftigt und ist zufrieden.
Danach funktionierts wieder. Oder auch nicht, denn
prüfen Sie bitte auch, ob in den Firewalleinstellungen die Kommunikation des Gerätes über das ICMP-Protokoll blockiert ist. Sollte dies der Fall, geben Sie dieses Protokoll bitte per Firewallregel für das Fernsehgerät frei.
Man sieht: Damals war das Internet offenbar noch vorhanden ... 
 
Dieser Service gehört übrigens zu einem großen Anbieter diverser Elektronikprodukte, der einen großen Discounter als Vertriebskanal nutzt und der einem großen japanischen Hersteller durchaus hochwertiger Elektronikprodukte (die ich seit Jahren mit großer Zufriedenheit über mehrere Gerätegenerationen hinweg nutze) gehört.

Inzwischen kann ich leider diesen Servicefall nicht auf noch bodenloser unsinniges Niveau leiten, denn leider Gott..seidank ist dieses Gerät zwischenzeitlich ein Totalausfall - es läßt sich schlicht und einfach überhaupt nicht mehr einschalten. Vielleicht lags ja am "Netzteilreset". 
Die Garantieabwicklung gestaltet sich ... sagen wir: schleppend.

Mäßige Qualität wie es scheint, oder "mediocre" (ich muß über mich selber schmunzeln, war mir doch tatsächlich der Freudsche Verschreiber "medioncre" unterlaufen. Habs aber grade noch rechtzeitig gemerkt!) wie es im Englischen euphemisierend genannt wird, wenn etwas einfach nur schlecht ist. 


Wir waren jedenfalls heute beim lokalen Fachhandel und haben einen neuen Fernseher gekauft - lief mit gut 3 Minuten Installationsaufwand problemlos. Das komplizierteste war das Einlegen der Batterien in die Fernbedienung - der Batteriefachdeckel war doch ein klein wenig hakelig. 

14.01.2017

Hab ichs nicht gesagt?

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Wie vermutet gab es diese Woche tatsächlich jede Menge interessante Neuigkeiten, die uns auf der Demonstration für das Künzelsauer Krankenhaus und begleitend in der Presse verkündet wurden!


Erstmal ein Brief, in dem Reinhold Würth dem CDU-Fraktionsvorsitzenden im Kreistag, Herrn Karlheinz Börkel, eigentlich sagt, daß er, Würth, sich das Recht herausnimmt, selber zu denken und seine eigene Meinung zu haben und diese auch auszusprechen. Auch wenn diese Meinung dem Herrn Börkel nicht genehm sein sollte. Nach meinem Empfinden ein Abwatschen allererster Klasse - mein herzlicher Dank für diese Worte, zeigt sich doch einmal mehr, welches Verständnis von ihrer Tätigkeit und von demokratischer Meinungsbildung die von uns gewählten "Vertreter" offenbar haben!
 
Und dann natürlich die Aussage, daß die BI und der Landrat endlich an einem Tisch sitzen und miteinander reden. Hat der Landrat endlich begriffen, daß sein Politikstil der Geheimnistuerei aus der zeit gefallen und unangebracht ist? Oder hat er das doch nicht wirklich begriffen und das Gespräch diente etwa nur zum Einlullen? Denn leider sei das Gespräch, so zitiert die Stimme, "inhaltsleer" gewesen. Sehen wir es mal positiv: Immerhin spricht man miteinander!

Weiter wurde noch mitgeteilt, daß ein neuer Geschäftsführer für das Hohenloher Krankenhaus gefunden wurde, was dann kurz darauf auch bestätigt und mit Namen und Gesicht versehen wurde: Jürgen Schopf heißt der Neue und er hat Erfahrung mit der Leitung eines "Doppelkrankenhauses", nämlich in der Südpfalz, wo sein bisheriger Arbeitgeber, Asklepios, die Kliniken in Kandel und Germersheim betreibt. 
Asklepios? ... da klingelt doch was ... genau! Da war vor kurzem eine große Story im SPIEGEL unter der Überschrift "Der kranke Konzern". Und wenn man nach Asklepios googelt, liest man viel  Negatives, unter anderem gerade ganz aktuell von einer Klinikschließung in Lenggries.

In der Stimme wird berichtet, daß die Künzelsauer Ärzte ein eigenes Konzept zur Aufrechterhaltung zumindest eines Belegbetten-Krankenhauses erarbeitet haben. Das ist zwar nicht wirklich der "Erhalt des Künzelsauer Krankenhauses", aber solange die vom Herrn Landrat angekündigten Konzepte weiterhin sein Geheimnis sind, kann man ja über diese Konzepte nicht weiter diskutieren und muß eigene machen ... wie schön wäre es, gemeinsam tragfähige Konzepte zu erarbeiten und umzusetzen ...

Gänzlich verzwickt wird die Lage dadurch, daß die beantragten Fördergelder aus dem Landestopf plötzlich doch nicht so sicher sind, wie man uns verwaltungsseitig bisher immer vorgegaukelt hat. Von den knapp über 120 Mio im Topf soll Öhringen allein 50 Mio bekommen? Bei knapp 25 Bewerbern? Und daran glaubt ernsthaft jemand? 
Das Thema wurde vor langer Zeit schon einmal auf der Demonstration angesprochen - ohne jede Reaktion der Verwaltung ... der Hohenlohekreis als Wolkenkuckucksheim. 

Ein Wolkenkuckucksheim, das vielleicht gar keines mehr ist, sprechen die Künzelsauer doch demnächst sogar mit dem zuständigen Minister! Und das unter völliger Nichteinhaltung des Dienstwegs!

Tja, es ist Vieles passiert in den letzten Wochen! 

So viel, daß sich am heutigen Samstag die Stimme in Person von Ralf Reichert (dieser Beitrag ist leider "PREMIUM" ... ich würde ihn nicht so nennen) vollends verwirrt und ratlos zeigt und gar nicht mehr weiß, aus welcher Richtung der Wind jetzt weht. Und dabei ist der Wind doch so kalt, daß man sein Mäntelchen braucht ...  
"Verworren" sei die Situation, liest man,  und "50:50" stünden die Chancen. Wobei ... die Chancen für was eigentlich? Hier immerhin meint Reichert, uns endlich aufklären zu müssen, weil von dem, um was es wirklich bei der Abstimmung im Kreistag geht "mancher Künzelsauer womöglich eine ganz andere Vorstellung hat". Lieber Herr Reichert: Erstens sollten Sie Ihre Leser nicht für dumm halten und zweitens ... wenn es denn tatsächlich so sein sollte, wie Sie sagen, woran liegt denn das? Vielleicht daran, daß das Quasimonopolblatt der Region seine Leser nicht wirklich umfassend und tiefgehend über die ganzen Vorgänge und Zusammenhänge unterrichtet hat? 
"Publikumsbeschimpfung" heißt ein Stück von Handke, und genau das betreiben Sie mit Ihrem Kommentar, Herr Reichert!

Ach, wie schön könnte es doch sein, wenn "der Bürger" sich einfach an das halten würde, was ihm wohlwollende Politiker und Presse vorkauen ... aber nein ... müssen diese Querköpfe auch noch selber denken ... man wird wirklich sarkastisch, wenn man den Politikern zuhört und die Zeitung liest.

Venceremos! 

PS: Und wer immer der Überzeugung ist, daß die Kommunikation unserer "Oberen" stets offen, ehrlich und bürgernah ist, den verweise ich auf: 
http://www.buergerinitiative-wir-sind-hk.de/aktuelles/
Man beachte das Datum, das dort genannt ist: März(!) 2016.

09.01.2017

Nicht vergessen: Demonstration am Mittwoch

Nach der Weihnachtspause ist am Mittwoch, 18:30, wieder Demonstration für das Künzelsauer Krankenhaus. 

Schaumamal ... es gibt sicherlich interessante Neuigkeiten, nach dem Wirbel, den die Äußerungen der beiden Bundestagsabgeordneten entfacht haben ...

08.01.2017

Zum Sonntach - Herrgottsbscheißerle

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Neulich im Café ... 
gabs zum Mittagstisch Maultaschen mit irgendeiner vegetarischer Füllung. 

Und es kam, wie es kommen mußte: Am Nebentisch fragte eine Frau die Bedienung, ob die auch vegan seien. Die Bedienung wußte das nicht und fragte an der Theke nach.

Antwort: "Das ist doch egal. Wenn man damit den Herrgott bescheißen kann, dann klappt das auch bei Veganern".

01.01.2017

Hopin the stars know it's time to shine

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Townes van Zandt ist tot. Er starb am 1.Januar 1997.


At my window
Watching the sun go
Hoping the stars know
It's time to shine



Daydreams
Aloft on dark wings
Soft as the sun streams
At days decline

Living is laughing
Dying says nothing at all
Baby and I are laying here
Watching the evening fall

Time flows
Through brave beginnings
And she leaves her endings
Beneath our feet
Walk lightly
Upon their faces
Leave gentle traces
Upon their sleep

Living is dancing
Dying does nothing at all
Baby and I are laying here
Watching the evening fall

Three dimes
Hard luck and good times
Fast lines and low rhymes
Ain't much to say
Feel fine
Feel low and lazy
Feel grey and hazy
Feel far away

Living is sighing
Dying ain't flying so high
Baby and I are lying here
Watching the day go by

28.12.2016

Auf ein Neues: telefonica / o2 / blau /

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Weil eine große Elektromarktkette mit "Ich bin doch nicht blöd" wirbt, darf telefonica (in Form der Marke blau.de) schon allein aus diesem Grund diesen Slogan natürlich nicht verwenden. Ich glaube, es würde auch andersgeartete Einsprüche aus allen Ecken hageln, wenn sie es täten ...

Nachdem man mir jetzt auf meine eingeschriebene Beschwerde an den Vorstand einen langen Brief  (ja, ebenfalls per echter Post. Die scheinen ihrer eigenen Elektropost nicht zu vertrauen) zurückgeschickt hat,
Inhalt verkürzt, böswillig zugespitzt & sinngemäß: Ja, das mag sein, daß Sie im Moment weder UMTS noch LTE bekommen, das liegt halt an unserer Verbesserung. Wir schalten die Netze zusammen. Und wir haben gerade soviel Dreck am Stecken Scheiße am Hals  zu tun, da können wir nicht auch noch eine Kompensatiuon anbieten. Rufnummernmitnahme kostet Sie 24,95€, wir wollen ja auch noch profitieren, wenn Sie uns verlassen.
hatte ich die Faxen endgültig dick. Auf die letzten 2 Monate telefonica wollte ich dann vollends verzichten. Also neuen Provider angerufen: "Das geht alles recht schnell, nur wenn sie die Rufnummer auch sofort auf uns umschalten wollen, dann müssen Sie bei telefonica die Portierungsfreigabe anfordern, dann ist das kein Problem." 

Der arme Servicemann glaubt noch an das Gute in telefonica ... 

Aber wie fordert man bei diesem Unternehmen die Portierungsfreigabe an? Telefon haben die ja nicht. Fax scheinbar auch nicht. Oder email? Nein. Einschreiben mit Rückschein an den Vorstandsvorsitzenden? Klappt, aber sie bieten ja auch einen Chat an ... über Stunden nur die folgende Meldung: 




Irgendwie habe ich dann (das Internet vergißt fast nichts und sie haben bei der Kappung jeglicher Kundenkommunikation Löcher offengelassen. Kurz und gut: Die haben noch ein eingeschaltetes Fax.) eine Faxnummer herausgekriegt. Innerhalb von 2 Stunden kam dann auch die Bestätigung der Portierungsfreigabe, nur sollte die Portierung plötzlich 29,95€ kosten. 

Na, egal: Ich hab die Faxen von telefonica dick. Wenn man mir 29,95 in Rechnung stellen sollte, dann wird telefonica meinen Anwalt finanziell unterstützen. Der will ja auch leben ... ich werde den Verdacht nicht los, daß sich derzeit viele Anwälte über telefonica freuen.

Der neue Provider hat mir soeben mitgeteilt, ab wann ich über ihn mit der alten Nummer telefonieren kann ... dauert nicht mehr lange ... ischfreumischdrauf.  

Aber Hauptsache, Allessio gehts...  telefonica hat eine schmucke Hauptstadtrepräsentanz. Da freut man sich als Leiderimmernoch- Kunde doch doppelt darüber, daß wenigstens deren Innenarchitekt funktioniert, wenn schon die System- und Netzarchitekten nicht funktionieren.

PS: Inzwischen zeigt der chat von blau übrigens folgendes Bild: 


Kein großer Unterschied ...


22.12.2016

Ein Vierteljahr Demonstration - ich glaube, es bewegt sich was ...

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Zur letzten Demonstration FÜR das Krankenhaus in Künzelsau im Jahr 2016 hatten sich hochkarätige Redner angesagt: Die Bundestagsabgeordneten von CDU und SPD, Christian von Stetten und Annette Sawade. 



Und was sie zu sagen hatten, war alles andere als langweilig: 
Christian von Stetten will bei der nächsten Kreistagssitzung einen Antrag zur Auflösung des Vertrags über die Zusammenarbeit mit den SLK stellen, falls dieser nicht, wie von ihm erwartet, ohnehin gestellt wird. Und wie war das noch mit der Verlegung der Stroke-Unit? Der Kreistag hätte dafür gar kein Mandat erteilt? Oder was habe ich da falsch verstanden? 

Und auf Bundesebene, so verstehe ich Annette Sawade, soll es wohl 2017 ebenfalls Fördertöpfe geben - nicht etwa zur Schließung von kleinen Krankenhäusern, sondern gerade zum Erhalt kleiner Krankenhäuser und damit dem Erhalt einer guten medizinischen Grundlagenversorgung im ländlichen Raum. Dr.Eckle hatte ja bei den vorherigen Demonstrationen schon festgestellt, daß hier eine Diskrepanz zwischen den Zielen auf Bundesebene und dem Handeln im Hohenlohekreis festzustellen ist.   

Es verwundert mich jetzt, daß unserem Landrat dieses gar nicht bekannt gewesen zu sein scheint: Es waren ihm doch sonst allerlei Anforderungen der Zukunft bekannt, die noch gar nicht beschlossen sind und denen er in vorauseilendem Gehorsam schon mal folgen will. Man wird halt nicht schlau aus dem Mann. Wie denn auch, er redet ja nicht mit uns. 

Ich glaube, es waren jetzt 13 Demonstrationen. Und wir haben etwas bewegt: 
  • Das Thema wird wahr- und ernstgenommen - die Reaktion der nichteinbezogenen Menschen auf die einschneidenden Handlungen der Politiker ist überwältigend!
  • Die generelle Wichtigkeit des Themas - Künzelsau ist ja kein Einzelfall, sondern nur ein weiteres Beispiel (siehe unten) - ist offenbar auch in der Bundespolitik angekommen. 
  • Die örtliche Wirtschaft hat das Thema lokale Gesundheitsversorgung als strategisch wichtiges Thema für die ökonomische Entwicklung der Region erkannt und medlet sich zu Wort. 

Ohne Parteipolitik funktioniert in unserer Demokratie nichts, daher ist es wichtig, daß auch die Parteivertreter bei den Demonstrationen anwesend und aktiv sind! 
Das Entscheidende ist aber, daß die Menschen, die regelmäßig gemeinsam demonstriert haben, für eine Sache zusammenstehen, und das über alle politischen Richtungen und Parteien hinweg! Und das läßt mich hoffen, daß hier über das Thema Krankenhaus eine Basis entsteht für lokales und regionales politisches Handeln, ein Gestalten der Stadt und der Region, das von den betroffenen Menschen ausgeht, nicht von Parteien. Einfach nur Politik, wie sie dem Grunde nach sein soll: Von Menschen, mit Menschen, für Menschen.   

In diesem Sinne
Venceremos!

P.S. Lesetipps zum Stöbern und Weitersuchen:
  • Wer beispielhaft nachlesen möchte, wie es in Großkliniken zugeht, die nur noch den Renditezwängen mehr oder weniger anonymer "Investoren" gehorchen müssen, dem empfehle ich den Spiegel von dieser Woche. So eine Geschichte ist beim SPIEGEL oft nur ein Anfang - auf weitergehende Recherchen des SPIEGEL zum Thema Krankenhauslandschaft bin ich mal gespannt ... wer weiß ...
  • Und wen es interessiert, mit welch harten Bandagen Verwaltungen um die Schließung von Kliniken und die Errichtung von Großkliniken kämpfen: In Aurich (Ostfriesland) gehts gerade ganz hart zur Sache: Da wird sogar "von amtlicher Seite" ein Bürgerbegehren gegen ein Bürgerbegehren initiiert. Da fragt man sich wirklich: Cui Bono? Und man fragt sich, ob es bei uns auch soweit kommen muß.
  • Und zu guter Letzt natürlich die STIMME.

15.12.2016

Man kann nicht nicht kommunizieren

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Ich hatte ja letztens geschrieben, daß ich noch auf Antwort des Landtagsabgeordneten Arnulf von Eyb warte - zwischenzeitlich habe ich eine Rückmeldung, nicht etwa durch eine kurze e-mail oder einen Verweis auf eine Pressemitteilung, sondern in einem intensiven und langen Telefonat - dafür Danke! 


Den einen oder anderen Gesprächsstrang möchte ich verkürzt, aber immerhin sinngemäß wiedergeben: 

Natürlich beklagte auch von Eyb die Schärfe und Emotion, die in die Diskussion geraten ist. 

Ich hingegen kann diese Emotion durchaus nachvollziehen: Wenn "die Politik" im "alten Stil" und in quasi hochherrschaftlicher Manier ohne jegliche Beteiligung der Bürger über deren elementarstes Grundbedürfnis, die Gesundheit, entscheidet, dann wird der Mensch emotional. 
Es gibt doch so viele gelungene Beispiele, wie man Bürger in derartige Entscheidungen einbeziehen und sie auch an der Gestaltung beteiligen kann (und granatenmäßig mißlungene Beispiele, aus denen man wenigstens gelernt haben könnte, wie man es NICHT macht, gibt es auch. Und die sehen sehr gerne so ähnlich aus  wie das, was wir gerade im Wortsinne am eigenen Leib erleben.). Einbeziehung der Bürger, der Betroffenen, was ist das? Das ist in diesem Falle überhaupt nicht geschehen. Politik aus dem Elfenbeinturm ist das und so eine Politik widerspricht allem, was die Schule unseren Kindern über eine lebendige Demokratie beibringen soll. 
Die Schärfe wurde ja nicht zuletzt auch durch einige Äußerungen aus "der Politik" angefacht (wenn jemand mit dem Strafrecht droht, dann frage ich mich schon das eine oder andere) - auch hier ist mir ein wenig Emotion durchaus verständlich und lieb.

Ich gehe sogar einen Schritt weiter: Ich befürworte eine gewisse Emotion - sie ist nämlich menschlich. Damit kann ich umgehen. Besser umgehen jedenfalls als mit sich als besonders cool darstellenden und (gefühls)kalt agierenden Menschen! 

von Eyb  zeigte sich weiterhin überzeugt, daß durch das Konzept "Medizinisches Zentrum" eine gute medizinische Versorgung in und um Künzelsau auf lange Sicht gewährleistet ist. 

Wenn die lange Sicht nicht mal wieder ungefähr ein halbes Jahr sein wird - strategische Konzepte haben bei unseren Entscheidungsträgern bekanntlich ein kurzes Ablaufdatum.
Beim "Medizinzentrum" wurden wir definitiv nicht einig. Erstens ist ja das Konzept des Medizinzentrums (zumindest mir) noch gar nicht bekannt. Zweitens haben schon mehrere Ärzte klargestellt, daß sie ohne Belegbetten (die das Vorhandensein eines Krankenhauses voraussetzen) ihre Praxen in Künzelsau nicht mehr sinnvoll betreiben können. Es ist auch eine schöne Sache, wenn man bei einem kranken Angehörigen oder Freund mal eben nach der Arbeit kurz vorbeischauen kann - mal schnell nach Heilbronn ... das geht nicht. Jeder Arzt wird bestätigen, welchen Einfluß solche Faktoren auf die Genesungsdauer haben!
Eine reine "Pflasterstation" brauchen wir nicht - wir brauchen eine kompetente und vielseitige medizinische 24-Stunden-Versorgung in und für die Stadt Künzelsau und die Umgebung!



Daß das Vorhandensein eines Krankenhauses eine wichtige Voraussetzung dafür ist, daß Menschen überhaupt nach Künzelsau ziehen, habe ich im Telefonat noch betont - und das hat die gestern verlesene (und damit verlasse ich das Telefonat auch) Stellungnahme der BERNER-Geschäftsleitung nochmals klargemacht:  
Bei der bekannten demographischen Entwicklung muß man sich in einem größeren ökonomischen Zusammenhang Gedanken machen, ob die kurzfristigen Einsparungen, die man durch die Schließung des Krankenhauses erzielen möchte (ach je, da fällt mir auf: Nicht einmal, daß der Verlust wegfällt, wenn man die Patienten zukünftig in Öhringen behandelt, wurde bisher auch nur ansatzweise glaubhaft gemacht. Es hat schon etwas trauriges, das Kommunikationsverhalten der von "uns" gewählten Politiker), nicht langfristig viel teurer bezahlt werden - nur mal so im größeren Zusammenhang dahingefragt: Wie lange wird Künzelsau noch Hochschulstandort sein (Man lese hierzu den Beitrag in der ZEIT)? Und wenn die hiesigen Unternehmen dann noch größere Schwierigkeiten bekommen werden, qualifizierte Arbeitskräfte zu finden, dann wird das in naheliegender Konsequenz - Investitionen werden nicht mehr "daheim" getätigt - der Hohenlohekreis zu spüren bekommen ... und das wird dann arg teuer. Und dann wills wieder keiner gewesen sein. 
Aber bis zu diesen Konsequenzen ist es ja noch weit und die heute beteiligten Entscheider sind bis dahin im Ruhestand oder wähnen sich vielleicht weit weg in weitaus höheren Ämtern.

Es haben auf den Demonstrationen schon Mandatsträger von mehreren Parteien gesprochen - mir ist allerdings ausgerechnet von der CDU, für die ja Arnulf von Eyb im Landtag sitzt und der auch der Landrat angehört, keiner in Erinnerung geblieben (Man belehre mich eines Besseren).
Vielleicht liegt genau da ja eines der Probleme, die wir gerade in der politischen Kommunikation haben. Man kann nicht nicht kommunizieren. Auch ein Politiker, der die ganze Zeit auf den Boden starrt, teilt etwas mit.

Venceremos. 

P.S: Das da hat mit dem Künzelsauer Schlamassel ganz gewiß nichts zu tun. Wenn man sowas liest, dann kann da schon einmal ein ganz klein wenig Sarkasmus aufkommen, oder?